Renault Kangoo - viel Luft zum Leben
 Nahezu baugleich mit den Konzernbrüdern Citroen Berlingo und dem eher von Nutzfahrzeugcharme geprägten Peugeot Partner definierte der Kangoo bei seinem Erscheinen schier ein neues Fahrzeugsegment, in dem sich heute beispielsweise auch der Fiat Doblo tummelt oder der VW Caddy Family.
Auf Fahrzeugplattformen der Golf-Klasse und darunter angesiedelt, finden sich hier Fahrzeuge, die sich eher aus dem Nutzfahrzeugsegment der Kleintransporter ableiten und für erfreulich geringe Einstiegbeträge reichlich Raum und anständige Flexibilität bieten – dabei jedoch auf Komfort, Luxus und Hochgeschwindigkeitspotential weitgehend verzichten.
 So ist der Kangoo zwar nicht gerade karg, leugnet seine Herkunft aus dem Nutzfahrzeugsektor jedoch nicht und stellt – vor allem in den frühen Modellen der 90er Jahre – große Flächen harten Kunststoffes zur Schau.
Daß das nicht alle Leute schlimm finden, zeigen die Verkaufszahlen deutlich – Eltern und Hundebesitzer freuen sich ohnehin über solche Innenräume, da sie entschieden robuster sind, als hochflorige Verlours-Plüschs und teure empfindliche Slush-Häute, wie sie der Volkswagenkonzern gerne im Innenraum einsetzt.
So ist der Kangoo alles in allem nett zu bewohnen, ein wenig laut bei höheren Geschwindigkeiten und leider extrem empfindlich bei Seitenwind. Schnell ist er auch nicht – dennoch macht er durch seine Flexibilität glücklich und durchdachte Features wie riesige Ablagen im Dachbereich, die ihm bei seinen Besitzern alles in allem gute Noten einbringen.
Gebraucht ist der Wagen häufig günstig zu bekommen – ist leider im Innenraum ebenso häufig total verwohnt. Vorsicht bei Firmen als Erstbesitzer – wenn die hintere Sitzbank allzu neu wirkt, wurde der Kangoo im ersten Leben als Transporter missbraucht.
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